Die Bretagne - Frankreichs kunterbunte Perle des Nordens


Wer wie Gott in Frankreich leben will, sollte sich einmal von den Côte d'Azur-Touristen abseilen und sein Glück in der Bretagne suchen. Die hat zwar keine Luxushäfen, Formel-Eins-Rennstrecken und Prominenz zu bieten, punktet aber dafür in ganz anderen Kategorien. Einen typischen Pauschalurlaub mit all inclusive Verpflegung werden Sie für die Bretagne kaum finden, was aber auch für den Rest Frankreichs gilt. Das Land hat dafür andere Vorzüge, welche ich ihnen gern näher bringen möchte.

Auf idyllischen Landstraßen lässt man die Normandie hinter sich und fährt in die Bretagne. Es geht vorbei an Lavendelfeldern und Dörfern, die lediglich aus der Straße, auf der man sich befindet, und zehn Häusern bestehen. Die bretonischen Dörfer und Städte haben alle einen einzigartigen Charme: Die Natursteinhäuser vermitteln einen urigen Flair, wie man ihn sonst nur selten findet.

Strandnixen kommen in der Bretagne nicht ganz auf ihre Kosten. Das Klima hier ist eher rau, selbst im Juli und August herrschen durchschnittlich nur Tagestemperaturen von 21 Grad. Wenn die Sonne scheint und der Atlantikwind mal eine Pause einlegt, kann es allerdings doch ganz schön warm werden – wettertechnisch muss man also für alles gewappnet sein. Neben zerklüfteten Kaps und Felsbuchten findet man auch traumhaft schöne Küstenwanderwege und endlos lange Sandstrände: die Sehnsucht nach dem Meer ist nach der Abreise garantiert!

Kultur- und Naturfreunde werden Frankreichs Nordwesten lieben. Die mittelalterliche Stadt Dinan verzaubert mit ihren Fachwerkhäusern und der Basilika aus dem 12. Jahrhundert. Auch Saint-Malo ist ein Muss für Bretagne-Urlauber. Die ehemalige Korsarenstadt ist von Festungsmauern umschlossen, das Fort National und das Fort du Petit Bé liegen am Strand und sind nur bei Ebbe zu erreichen. Südwestlich von Rennes lädt der sagenumwobene Märchenwald Brocéliande zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Den durchquerten einst laut Legenden König Arthur und der Zauberer Merlin. Auch Feen sollen hier gelebt haben, unter ihnen Morgane, die untreue Ehemänner in den Wald lockte und im Tal ohne Wiederkehr gefangen hielt.

So ganz bleibt der französische Norden allerdings auch nicht vom Touristenansturm verschont. Das Weltkulturerbe Mont-Saint-Michel (Normandie, an der Grenze zur Bretagne) ist ein beeindruckendes Benediktinerkloster auf einer Felsinsel und das ganze Jahr über mehr als gut besucht. Obwohl sich die Menschenmassen durch die Gassen drängeln, sollte man sich einen Ausflug nicht entgehen lassen. Denn so voll es dort ist, so spektakulär ist es auch. Selbst Hollywood hat sich hier inspirieren lassen: Die Festung Minas Tirith im Herrn der Ringe hat sich am Modell des Mont-Saint-Michels orientiert.

Wer mehr als nur am Strand relaxen will und nach einem vielseitigen Urlaub Ausschau hält, ist in der Bretagne goldrichtig aufgehoben. Aber Achtung – wenn man einmal sein Herz verliert, möchte man immer wieder zurück kommen.